Marie Lataste:  Die Lehren Jesu

Die Unterweisungen Jesu zu den Themen des Glaubens und des christlichen Lebens an Marie Lataste

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Die Lehren Jesu an Marie Lataste

 
 

Auf dieser Seite finden Sie Leseproben aus den einzelnen Kapiteln.

 


 

Leseprobe aus Kapitel 1: "Gott":

 
 

Gott ist

 
 

Das Dasein der Welt und des Menschen beweist das Dasein Gottes

 
 

"Meine Tochter“, sprach Jesus, der Erlöser, eines Tages zu mir: „Du verlangst nicht nach der Wissenschaft der Gelehrten und nach der Weisheit der Weisen der Welt. Ich will dir aber ein Buch geben, das dich weiser und gelehrter machen wird, als alle Gelehrten und Weisen. Dieses Buch wird immer offen vor deinen Augen sein und das Licht des Himmels, das auf diesem Buch erglänzt, wird es dir ermöglichen, dasselbe jeden Tag und zu jeder Stunde des Tages zu lesen. Komm mit mir, stell dich auf einen hohen Punkt und schaue dich um:

 
     
 

Die ganze Schöpfung stellt sich deinen Augen dar. Betrachte den Himmel über deinem Haupt, betrachte die Sonne, die mit Riesenschritten ihre Bahn im Raum durchläuft, betrachte das Firmament, das jede Nacht seine immer alte und immer neue Pracht entfaltet. Hierauf senke deinen Blick zur festen Erde herab, die unter deinen Füßen liegt, besät mit Pflanzen und Blumen, bedeckt mit tausend verschiedenartigen Sträuchern und Bäumen in euren Gärten, mit Eichen und Zedern in euren Wäldern. Durcheile die Gefilde, welch wunderbare Menge von Insekten, Gewürm und Tieren aller Art! Betrachte das Meer, welch ungeheurer Zusammenfluss von Gewässer! Welche Tiefe!

 
     
 

Kannst du an diesen Werken nicht die Macht Gottes erkennen, die sie geschaffen hat und sie noch jeden Tag erhält mit einer Macht, welche der bei der Schöpfung gleich ist?

 
     
 

Nun denn! All dieses ist noch nichts im Vergleich mit dem Menschen, der das vollkommenste Geschöpf ist, das aus Gottes Hand hervorgegangen ist. Oh, der Mensch! Die Zusammensetzung seines Wesens allein ist fähig, einen unendlichen Stoff zu Betrachtungen und Erwägungen zu liefern. Er hat einen Leib und eine Seele. Einen Leib aus Stoff gebildet, eine Seele, welche Gottes Hauch ist. Welche Kunst in der Einrichtung dieses Leibes, welche Vollkommenheit! Wie viel Wunderbares liegt in den Fähigkeiten der Seele, im Verstand, im Willen, im Gedächtnis! Welche Einheit unter den verschiedenen Teilen des Leibes! Ist der Meister, der den Menschen gebildet hat, nicht ein göttlicher Meister? Ist er nicht Gott?" (...)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 1, Kapitel 4)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 2: "Jesus":

 
 

Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben

 
 

"Meine Tochter", sprach eines Tages Jesus, der Erlöser, zu mir: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich bin der Weg, wer mir folgt, geht nicht verloren. Ich bin die Wahrheit, wer an mich glaubt, wird nicht getäuscht. Ich bin das Leben, wer nicht durch die Liebe mit mir vereinigt ist, der ist es im Tode."

 
     
  Jesus ist der Weg  
 

"Ich bin der Weg, aber nicht alle Wege. Die Zeit führt auf drei Wegen zur Ewigkeit. Diese drei Wege sind jedoch nicht alle meine Wege, denn bei mir gibt es nur einen Weg. Dieser ist von den beiden anderen sehr verschieden, weil er allein durch meine göttlichen Hände bezeichnet wurde. Ich will dir diese drei Wege zeigen und dir den zu erkennen geben, der mir gehört und auf dem alle, die zu mir kommen wollen, wandeln müssen.

 
     
 

Der erste Weg ist breit, bequem und viel betreten. Satan hat dessen Furchen schon im irdischen Paradies gezogen und der Sünder, ein Sklave Satans, wandelt auf diesem Weg. Er ist mit Blumen bedeckt, aber diese Blumen, welche die Hölle und nicht der Himmel keimen lässt, bergen Dornen in sich, die tödlich verwunden. Der Mensch nährt sich da mit wildem Honig, dessen Geschmack süß erscheint, in Wahrheit aber denen, die ihn genießen, Gift bringt und tödlich ist. Das Ziel dieses Weges sind die ewigen Abgründe.

 
     
 

Der zweite Weg ist weniger breit, weniger bequem und weniger angenehm. Satan hat ihn nicht angelegt, aber er hat ihn eingegeben, um damit die Menschen leichter auf seinen Weg leiten zu können. Die Blumen, die diesen Weg bedecken, sind kleiner als die anderen und nicht in so großer Menge. Ihre Dornen sind auch weniger scharf und weniger gefährlich. Sie gehen nicht bis zum Herzen und verwunden nicht tödlich. Die auf diesem Weg wandeln, behalten das Leben, sofern sie ihn nicht verlassen, um den ersteren zu betreten. Sie wandeln und finden am Ziel ihrer Wanderung das Fegefeuer mit seinen vorübergehenden, aber schrecklichen und fürchterlichen Qualen.

 
     
 

Der dritte Weg gleicht den beiden anderen überhaupt nicht. Er ist sehr schmal, sehr beschwerlich und sehr wenig betreten. Ich habe ihn auf dem Kalvarienberg angelegt und der Christ, der mein zweites Ich ist, wandelt auf diesem Weg. Er ist mit Dornen bedeckt, aber diese Dornen schützen die vom Himmel gekommene Blume, deren Wohlgeruch die Seele erfreut und die von den Dornen beigebrachten Wunden heilt. Diese Wunden sind nicht tödlich, sie nehmen vielmehr alles weg, was Verderbtes im Menschen ist und verschonen alles, was sich Gutes in ihm befindet. Wer auf diesem Weg wandelt, findet nur sehr bitteren Wermut, wenn er sich von seiner Ermüdung erholen und erquicken will. Sobald er aber seinen Durst damit gelöscht hat, verwandelt sich die Bitterkeit in Süßigkeit.

 
     
 

Ich bin dieser Weg. Ich stecke Blumen unter die Dornen. Ich gieße die Süßigkeit in die Bitterkeit, Ich gebe den Himmel nach der Reise. Ich bin der Führer auf diesem Weg. Ich leite die, welche diesem Weg folgen wollen, entweder selbst oder durch andere, weiter fortgeschrittene Menschen, die mehr Erfahrung haben. Aber Ich bin immer der Hauptführer."

 
   
  Jesus ist die Wahrheit  
 

"Ich bin die Wahrheit. Die Wahrheit ist eine, die Wahrheit ist fest, die Wahrheit täuscht nicht, die Wahrheit unterliegt nie, sie dauert ewig. Das Gegenteil der Wahrheit ist die Lüge, wie das Gegenteil des Guten das Böse ist. Die Lüge nennt sich Wahrheit und das Böse nennt sich gut, um dadurch das Gute und die Wahrheit zu bekämpfen.

 
     
 

Ich bin die Wahrheit, wie der Satan die Lüge ist. Ich bin die Wahrheit und die Offenbarung dieser ewigen Wahrheit liegt in diesen Worten: 'Ich bin der Ich bin'. Der Satan ist die Lüge und die erste Offenbarung dieser Lüge liegt in den Worten: ‚Ich will mich erheben und sein wie Gott.’

 
     
 

Ich bin die Wahrheit, Ich erleuchte den schmalen Weg, von dem Ich zu dir gesprochen habe. Satan ist die Lüge. Er erleuchtet den breiten Weg, den Ich dir aufgezeigt habe. Satan ist der Führer auf dem breiten, lachenden, angenehmen und mit Blumen bestreuten Weg. Er verspricht denen, die ihm folgen, Güter, Vergnügungen und Glück. Er verspricht ihnen das Leben. Aber weil Satan die Lüge ist, wird er ihnen nur Elend, Leiden, Trübsal und ewigen Tod geben.

 
     
 

Ich bin der Führer auf dem schmalen Weg, Ich verheiße ewige und unvergängliche Güter. Ich verheiße das Glück der Ewigkeit und nicht das der Zeit. Ich verheiße das Leben des Himmels und nicht das der Erde. Und weil Ich die Wahrheit bin, so werde Ich die ewigen Güter, das Glück der Ewigkeit und das Leben des Himmels auch wirklich geben."

 
     
  Jesus ist das Leben  
 

"Ich bin das Leben. Wer auf dem breiten Weg wandelt, findet den Tod. Wer auf dem schmalen Weg wandelt, findet das Leben. Wer Satan anhängt, geht mit Satan an den Ort der ewigen Verdammung. Wer mir anhängt, geht dorthin, wo Ich hingehe, zu meinem Vater, der ihn segnet.

 
     
 

Der natürliche Tod ist die Trennung der Seele vom Leib. Wenn die Seele vom Leib geschieden ist, so ist der Leib ohne Leben, die Seele jedoch behält das Leben. Auf diese Weise bin Ich das Leben der Seele. Getrennt von mir ist die Seele tot, aber Ich bewahre das Leben, das die Seele dadurch verloren hat, dass sie mich verloren hat.

 
     
 

Wer mich bis zum Ziel seines Weges bewahrt, wird mich immer besitzen. Ich bin sein Leben auf Erden gewesen und werde daher auch sein Leben in der Ewigkeit sein. Ich werde sein Lohn, seine Seligkeit, sein Alles sein. Mit mir besitzt er alles, wenn er auch alles verloren hätte, um mich zu besitzen.

 
     
 

Wie wenig achten die Menschen auf den Weg, den sie verfolgen, auf den, welchen sie zu ihrem Führer gewählt haben und auf das, was sie am Ende ihres Lebens erwartet. Und doch, was gibt es Wichtigeres, was gibt es Wesentlicheres, da die ewige Seligkeit oder die Verdammnis davon abhängen?

 
     
 

Oh, meine Tochter, wandle immer auf meinem Weg. Fürchte weder die Dornen, noch die Trübsale, noch irgendetwas, das dir auf diesem Weg widerwärtig ist. Habe stets die Leuchte der Wahrheit vor Augen, die Ich auf dem Kalvarienberg angezündet habe. Verlasse dich auf mich. Ich werde immer mit dir sein und werde dir immer das Leben geben."

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 2, Kapitel 1)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 3: "Maria":

 
 

Die unbefleckte Empfängnis Marias

 
 

Vorhersage von der Verkündigung dieses Glaubenssatzes

 
 

(…) "Der Tag wird kommen, wo Himmel und Erde sich vereinigen werden, um meiner Mutter zu geben, was dem größten ihrer Vorrechte gebührt. Niemals ist in ihr eine Sünde gewesen und ihre Empfängnis ist rein, unbefleckt und makellos gewesen, wie ihr übriges Leben. Ich will, dass diese Wahrheit auf Erden öffentlich verkündet und von allen Christen anerkannt wird.

 
     
 

Ich habe mir einen Papst erwählt und Ich habe ihm diesen Entschluss eingegeben. Solange er Papst ist, wird er diesen Gedanken immer im Kopf haben. Er wird die Bischöfe der Welt versammeln, um zu hören, wie ihre Stimmen die Unbefleckte Empfängnis Mariens verkünden und alle Stimmen werden sich mit der seinen vereinigen. Seine Stimme wird öffentlich den Glauben der anderen Stimmen verkünden und seine Stimme wird in der ganzen Welt widerhallen. Dann wird auf Erden der Ehre Marias nichts mehr mangeln. (1)

 
     
 

Die höllischen Mächte und ihr Anhang werden sich gegen diesen Ruhm Marias erheben. Aber Gott wird ihn mit seiner Kraft aufrecht erhalten und die höllischen Mächte werden samt ihrem Anhang in den Abgrund zurückkehren." (...)

 
 

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(1) Marie Lataste ist im Jahr 1847 gestorben, also schon sieben Jahre vor der Verkündigung des hier angesprochenen Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis. Deshalb darf bei dieser Vorhersage von einer echten prophetischen Aussage ausgegangen werden. Laut Aussage des Originaltextes wurden diese Worte Jesu noch im Pontifikat von Papst Gregor XVI ausgesprochen, der bis zum Jahr 1846 lebte. Der Papst, den sich Jesus laut seiner Aussage „erwählt hat“, ist Papst Pius IX, der das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis am 8.12.1854 in seiner Bulle „Ineffabilis Deus“ als Dogma verkündete.

 
 

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(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 3, Kapitel 4)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 4: "Die Engel und die Menschen":

 
 

Der Mensch ist mit allen Geschöpfen verbunden,

 
 

besonders mit den Engeln

 
 

Jesus, der Erlöser, sagte eines Tages zu mir: "Meine Tochter, nach allen Geschöpfen ist der Mensch zuletzt erschaffen worden. Dies ist nicht ohne eine besondere Absicht Gottes geschehen. Denn Gott hat sein Werk ganz vollendet und es in der Erschaffung des Menschen nochmal kurz zusammenfassen und wiedergeben wollen.

 
     
 

Betrachte den Menschen. Er besteht aus Leib und Seele, er wächst, er hat Sein oder Dasein, er hat Gefühl und den Gebrauch seiner Sinne. Durch seine Seele hängt er mit den Engeln zusammen; durch seine Sinne mit den Tieren; durch sein Sein oder Dasein mit den verschiedenen Elementen der Natur, die weder Vernunft noch Leben haben; durch seine Entwicklung mit den Pflanzen, die wachsen und sich entwickeln. So hängt der Mensch mit der ganzen Schöpfung zusammen: mit der geistigen Schöpfung oder mit den Engeln durch seine Seele, mit der äußeren Schöpfung durch seinen Leib. Diese Verbindung des Menschen mit der ganzen Schöpfung ist keine Sache bloßer Einbildung. Im Gegenteil, es ist etwas so Wirkliches, dass er an allem teilnimmt, was in diesen beiden Schöpfungen gut oder schlecht ist, durch den Einfluss, den beide auf ihn ausüben.

 
     
 

Die innigste Verbindung besteht aber zwischen dem Menschen und den Engeln, weil diese Verbindung immer und ewig fortdauern soll. Die Verbindung mit der äußeren Schöpfung ist dagegen um eine große Stufe niedriger, weil diese Verbindung nur vorübergehend ist und nur in der Zeit dauert und mit dem Eintritt in die Ewigkeit endet. Überdies ist die Verbindung der Seele mit dem Engel die stärkste, weil diese Verbindung keine untätige, sondern eine wirkende und höchst tätige Verbindung ist. Zwischen der Seele des Menschen und den Engeln besteht ein Verkehr, zwischen ihnen herrscht ein Einverständnis. Dieser Verkehr und dieses Einverständnis sind derart, dass der Mensch zuletzt dem Enge gleicht und bei ihm seine Stellung einnimmt.

 
     
 

Verbindet sich der Mensch mit den guten Engeln, folgt er ihnen und kämpft mit ihnen, so wird er gut werden. Verbindet er sich dagegen mit den bösen Engeln, so wird der Mensch böse und ihnen ähnlich. Die Güte des Menschen weist ihm einen Platz unter den guten und seine Bosheit unter den bösen Engeln an." (...)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 4, Kapitel 1)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 5: "Pflichten des Menschen gegen Gott":

 
 

Der Mensch ist entweder Gott oder Satan tributpflichtig

 
 

Eines Tages sagte Jesus, der Erlöser, zu mir: "Meine Tochter, Gott hat den Menschen zum König gemacht. Das Reich des Menschen ist sein eigenes Herz. Dieser König ist aber nicht unabhängig. Er ist seiner Natur nach tributpflichtig, denn über ihm steht entweder die Macht Gottes oder die Macht Satans und er ist allzeit dem einen oder dem anderen unterworfen. Er ist dem unterworfen, welchem er den Tribut seines Herzens, seiner Seele, seiner Fähigkeiten, den Tribut seines ganzen Ich zahlt.

 
     
 

Betrachte den Menschen. Er steht Gott und Satan gegenüber. Gott und Satan wollen sein Herr sein und stellen sich dem Menschen vor. Was tut der Mensch? Er geht mit sich zu Rate über die Wahl, die er zwischen dem Fürsten der Finsternis oder dem ewigen Herrscher des Himmels treffen soll.

 
     
 

Gott erinnert ihn an alles, was Er für ihn getan hat. Er verheißt ihm, wenn er in seinen Dienst tritt, die zur Bekämpfung seiner Feinde erforderliche Hilfe. Er sichert ihm, wenn er treu ist, eine Belohnung ohne Grenzen, eine nie endende Glückseligkeit zu. Wenn er Ihn hingegen verlässt, um auf die Seite Satans zu treten, hält Er für ihn eine ewige Strafe bereit.

 
     
 

Satan seinerseits verspricht dem Menschen Güter, Ehre, Ruhm, Ansehen vor der Welt, Vergnügen, Unterhaltungen, ein bequemes und leichtes Leben, während er dem Menschen, falls dieser Gottes Partei ergreift, einen unversöhnlichen Hass schwört und ihm Verfolgungen und Leiden aller Art in Aussicht stellt.

 
     
 

Hierauf reiht sich der, welcher Gott die Ehre geben und sich Ihm schenken will, unter Gottes Fahne. Er erkennt Ihn als König an, weiht sich Ihm und widmet sich gänzlich seinem Dienst. Er öffnet Ihm sein Herz, wie man einem König die Tore der Stadt öffnet. Er schwört, dass er Satan den Eintritt verweigern, dass er ihn immer bekämpfen will und dass er jedes Ansinnen zur Untreue zurückweisen wird, um für alle Zeit dem treu zu bleiben, den er sich zu seinem Herrn und Meister erkoren hat.

 
     
 

Der hingegen, der sein Haupt unter das Joch Satans beugt, scheut sich nicht, Gott zu entsagen und Ihm den abtrünnigen Engel aus der Hölle vorzuziehen. Welche Beschimpfung und Beleidigung fügt er Gott zu, wenn er so handelt? Welcher Ungerechtigkeit macht er sich schuldig, wenn er die Verheißungen und Drohungen Gottes verachtet, wenn er alles vergisst, was Gott für Ihn getan hat und Satan zu seinem König erwählt? Was soll man aber insbesondere von dem Benehmen derer sagen, die, nachdem sie Gott zu ihrem Herrn und Herrscher erwählt haben, sich gegen Ihn empören, Ihm Gehorsam und Unterwerfung versagen, Ihn in ihrem Herzen entthronen, Ihn daraus verjagen und an seine Stelle Satan setzen, der sie durch seine Lügen und durch seine schlechten und boshaften Einflüsterungen getäuscht hat?

 
     
 

Staune indessen über Gottes Güte! Er straft den Undankbaren nicht sofort. Er ruft ihn zu sich zurück, ermahnt ihn mit Sanftmut, bietet ihm seine Vergebung und Gnade an, spricht zu seinem Herzen, das eine Mal durch verborgene und innerliche Einsprechungen, ein anderes Mal durch die Stimme seines Gewissens, oder auch durch die Stimme seiner Diener. Ist der Sünder für diese Stimme nicht taub, so nimmt ihn Gott wieder gütig auf, empfängt ihn voll Liebe, drückt ihn in seine Arme und vergisst alles Vergangene.

 
     
 

Oh, Liebe und abermals Liebe Gottes zu den Menschen! Wenn der Sünder Gott widersteht, so wartet Gott auf ihn bis zum Tage der Gerechtigkeit. Und wie viele Sünder widerstehen Gott! Oh, Undank und abermals Undank des Menschen gegen Gott!"

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 5, Kapitel 2)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 6: "Die Religion":

 
 

Die Bekehrung

 
 

An einem Frühlingstag hatte ich frühzeitig mein Zimmer verlassen und mich, nachdem ich alles im Hause in Ordnung gebracht hatte, zur Kirche begeben. Auf dem Weg dorthin hatte ich die Erneuerung bewundert, die sich soeben in der Natur vollzog. Hell glänzte die Sonne am Horizont. Der Himmel war wolkenlos, die Luft kühl, jedoch angenehm und mild. Die Sträucher bedeckten sich mit Blättern, selbst die Aprikosenbäume standen schon in Blüte. Als ich nun in die Kirche eintrat, dankte ich Gott für die Gaben, die Er uns für die kommende Zeit zu versprechen schien. Da sprach Jesus, der Erlöser, zu mir: "Meine Tochter, nicht aus dir selbst heraus hast du deinen Geist zur Betrachtung der Veränderung hingewendet, die sich in diesem Augenblick in der Natur vollzieht, Ich habe es getan. Dadurch wirst du nun besser verstehen, was Ich dir zu sagen habe, denn ich will mit dir über die Bekehrung des Sünders sprechen.

 
     
 

Die Erde während des Winters ist ein Bild des Sünders. In dieser Jahreszeit erwärmt die fern stehende Sonne die Erde nicht mehr. Sie befruchtet sie nicht und die Erde sieht abgestorben aus. In gleicher Weise ist der Sünder nicht mehr von Gott belebt, wenn er sich durch die Sünde von Ihm getrennt hat. Er lebt nicht mehr, er ist tot. Diese Zeit der Sünde ist gleichsam der Winter der Seele. Arme Seelen! Wie viele haben einen ständigen Winter! Wenn sie doch wenigstens die Sprache der Wunder verstehen könnten, die sich vor ihren Augen vollziehen! Muss dieses Erwachen der Natur, dieses neue Leben, das sie anzunehmen scheint, den Sünder nicht dazu auffordern, ebenfalls aus seiner Schlafsucht zu erwachen, sich herauszureißen, wieder Leben zu gewinnen und sich zu Gott zu bekehren?"

 
   
  Wesen der Bekehrung  
 

"Weißt du, was die Bekehrung ist? Hast du je das Wort Bekehrung verstanden? Hast du nicht in deinem Garten Blumen gesehen, die beständig der Sonne zugekehrt sind und die in diesem Anblick des Tagesgestirns Leben und Kraft zu finden scheinen? Nun, genau so verhält es sich mit der Seele in Bezug auf die Sonne, die ihre Kraft und ihr Leben ist. Solange sie auf dieselbe blickt und deren Licht aufnimmt, solange lebt sie. Sobald sie aber dieselbe nicht mehr anblickt, verliert sie ihr Leben. Der Sünder ist also nicht mehr Gott zugekehrt, er hat sich durch einen großen Ungehorsam von Gott abgewendet. Sich bekehren heißt darum, sich von der Sünde abwenden und sich wieder Gott zukehren. Dann kommt der Sünder wieder zum Leben, erhält wieder die übernatürliche Bewegung und wandelt zu dem, der sein Ursprung und sein Ziel und Ende ist.“ (...)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 6, Kapitel 11)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 7: "Das Gebet":

 
 

Das Gebet ist der Schlüssel zu den Schätzen Gottes

 
 

"Willst du, dass Ich dir den Schlüssel zu meinen Schätzen gebe?“, sagte Jesus, der Erlöser, eines Tages zu mir: "Hier ist er, es ist das Gebet. Warum beklagen sich die Menschen über ihr Elend, über ihre Schwäche, über den Mangel an Gnaden, den sie in sich fühlen? Sie beten eben nicht. Sie sollen nur beten und sie werden Erhörung finden. (...)

 
     
 

Meine Tochter, wer so betet, wie Ich es dich gelehrt habe, leidet keinen Mangel. Denn das Gebet ist der Schlüssel zu allen Schätzen Gottes. Es erlangt alles von Ihm. Jeder ist in der Lage, zu beten. Das Gebet passt für alle Schichten, für alle Lagen, für alle Menschen. Folglich gibt es nur deshalb so viele Unglückliche, weil die Zahl derer, die beten, so gering ist.

 
     
 

Bist du in Angst und ohne Hilfe, so bete und Gott wird dir die hinreichenden Mittel geben, um bestehen zu können. Trifft dich Trübsal, Unglück und Leid, so bete, denn jederzeit hat Gott die Augen auf die betrübte Seele gerichtet, um deren Flehen zu erhören. Bist du aufgrund der Fülle und Schwierigkeit deiner Verpflichtungen in Verlegenheit, so bete und Gott wird dir zu Hilfe kommen. Bist du schwach, so bete und Gott wird dir die nötige Kraft verleihen.

 
     
 

Nichts ist dem Menschen nützlicher, als ein gut verrichtetes Gebet. Nichts ist mächtiger, als das Gebet. Jedermann betet, doch so wenige werden erhört. Dies soll dich nicht verwundern. Denn es gibt so wenige, die gut zu beten verstehen. Die Kunst des Gebetes ist wenig bekannt und doch ist sie unverzichtbar notwendig.

 
     
 

Bitte Gott um die Gabe des Gebetes. Bitte Ihn darum durch meine Verdienste. Bitte Ihn darum, indem du anerkennst, dass du bis jetzt nur gestammelt hast. Bitte Ihn inständig darum. Mit dieser Gabe wirst du alle anderen erlangen. Ohne das Gebet kann man nichts, mit dem Gebet kann man alles. Bete also, meine Tochter, bete oft, bete immer.“

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 7, Kapitel 8)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 8: "Das christliche Leben":

 
 

(Prüfungen, Kämpfe und Tröstungen)

 
 

Das Leben des Menschen auf Erden ist eine mühsahme Arbeit

 
 

Eines Tages sprach Jesus, der Erlöser auf folgende Weise zu mir: "Meine Tochter, das Leben des Menschen auf Erden ist eine mühsame Arbeit und ein Kampf. Das Leben ist eine Pilgerschaft, die Welt ist ein Ort der Verbannung, der Leib ein Gefängnis und jeder Augenblick ein Kampf des Menschen gegen sich selbst. Darum leidet, nach meinem Wort, das Himmelreich Gewalt. Du hast das Leben des Menschen nie aufmerksam beobachtet, es ist einem ständigen Wechsel unterworfen. Das eine Mal geht er mit Mut und Kraft, ein anderes Mal mit Feigheit und Schwäche seinem Ziel entgegen. Heute ist er voll Feuer, morgen ohne Bewegung. Zuweilen erhebt er sich und scheint durch die Erhabenheit und Größe seines Seelenstrebens die Himmel zu durchdringen. Einige Augenblicke später kriecht er auf der Erde. Betrachte ihn, sein Angesicht strahlt vor Freude; betrachte ihn noch einmal und seine Stirne ist von Unruhe und Kummer verfinstert. Dies hat der königliche Prophet in seinen Psalmen beschrieben und seine Worte sind voll Wahrheit.

 
     
 

Diese verschiedenen Seelenzustände hängen nicht immer von der Seele selbst ab, Gott prüft sie durch ein solches Vorgehen. Gott unterstützt die Seelen nicht immer auf gleiche Weise, zuweilen scheint Er sich mit seinen Gnaden und Tröstungen, mit seiner Kraft und Unterstützung zurückzuziehen. Er überlässt die Seelen sich selbst, um sie ihr Elend und ihre Nichtigkeit besser fühlen und im Kampf sich üben zu lassen, um ihnen zu beweisen, wie ohnmächtig sie ohne Ihn sind und um ihre Verdienste zu vermehren.

 
     
  ***

Gott handelt so, um den Seelen, selbst den vollkommensten und heiligsten, begreiflich zu machen, dass es auf Erden keine uneingeschränkte Vollkommenheit gibt, dass hier auf Erden nichts beständig ist und dass man jederzeit kämpfen muss.

 
       
   

Gott handelt so, um den Seelen zu zeigen, dass das Leben auf Erden dem Leben eines  Kindes gleicht, das, solange es Kind ist, stets seiner Eltern bedarf und dass das wahre Erwachsensein erst im Himmel eintritt.

 
       
   

Gott handelt so, damit die Seele, niedergedrückt von der Schwere ihres Leibes, sich soweit  wie möglich von diesem Reisegefährten losmacht und nur mehr Gott allein anhängt.

 
       
   

Gott handelt so, damit die Seele in den Augenblicken der Trockenheit, Dürre oder Kälte sich  zu Ihm hinwendet und Ihn anfleht, dass Er frischen und fruchtbaren Tau auf sie fallen lasse und sie durch das Feuer seiner Liebe erwärmen wolle." (...)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 8, Kapitel 1)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 9: "Von der Gnade und den Gaben des Hl. Geistes":

 
 

Gottes Gnade ist für alle, aber sie ist nicht für alle gleich

 
 

"Die Gnade ist eine unendliche und unerschöpfliche Quelle, die aus meinem Herzen strömt und aus der alle reichlich schöpfen können. Welche Stellung die Menschen auch immer einnehmen und welchem Stand sie immer angehören, alle können sie daran teilnehmen, indem sie mir ihre Handlungen aufopfern, dieselben heiligen und sie in der Absicht vollbringen, dadurch meinem Vater zu gefallen. Besonders auch durch die Übungen der Gottesverehrung und dem häufigen Empfang der heiligen Sakramente.

 
   
 

Betrachte indessen die Menschen. Sie fliehen die Gnade. Sie haben nur Augen für ihren zeitlichen Nutzen. Sie leben in der Sünde. Sie leben im Tod. Welch eine Unwissenheit in den Heilswahrheiten herrscht bei ihnen! Und ist dies nicht ihre eigene Schuld? Wie werden sie ihre Gleichgültigkeit entschuldigen? Wie werden sie ihre Entfernung von Gott rechtfertigen? Ihre Unwissenheit ist eine strafbare Unwissenheit oder eine unwahre Unwissenheit. Oft erinnern sich diese Menschen wohl an ihren Unterricht vor der ersten Kommunion. Aber sie hängen an ihren Sünden. Sie wollen ihnen nicht entsagen. Sie hängen an ihren verbrecherischen Angewohnheiten und wollen sie nicht lassen. Sie hängen an ihren Leidenschaften und wollen sie nicht meistern und sie geben sich für Unwissende aus. Arme Menschen, welche Torheit!

 
     
 

Wenn sie wirklich unwissend sind, warum hören sie nicht den Unterricht meiner Diener an? Warum bringen sie ihr Leben nicht in Einklang mit den ihnen von meinen Priestern gegebenen Lehren? Wissen sie denn nicht, dass sie Böses getan, Sünde begangen, sich gegen Gott empört und meine Gnaden verloren haben?

 
     
 

Weder Ansehen, noch der unterschiedliche Stand der Menschen halten meine Gnade in ihrem Lauf auf. Alle können daran teilhaben und zwar reichlich. Mein größter Wunsch wäre, sie im Überfluss über alle Seelen zu ergießen. Wer daran teilhaben will, kann es, selbst die Unwissendsten, weil sie in meinen Priestern Freunde finden, die sie aufrecht halten, die sie leiten, die sie erleuchten, die ihnen den Frieden des Herzens und der Seele wiedergeben und die sie von ihren Fehlern befreien und ihnen meine Gnade mitteilen.

 
     
 

Oh, diese Menschen! Wissen sie nicht, dass Gott weniger darauf sieht, was sie wissen und was sie tun, als auf den guten Willen, mit dem sie handeln? Erfahren sie nicht in sich die täglichen Bewegungen der Gnade, die sie auffordert, zu Gott zurückzukommen und sich Ihm hinzugeben? Gott will das Heil aller. Ich habe es dir bereits gesagt und Er gibt allen die Gnaden, deren sie bedürfen, um ihr Heil zu wirken." (…)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 9, Kapitel 4)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 10: "Die Tugenden":

 
 

(Die göttlichen und die sittlichen Tugenden)

 
 

Die Gerechtigkeit

 
 

Von der Gerechtigkeit gegen Gott, gegen den Nächsten und gegen sich selbst

 
 

"Eine der wunderbarsten sittlichen Tugenden ist die Gerechtigkeit. Sie ist unter den sittlichen Tugenden das, was die Liebe unter den göttlichen Tugenden ist. Die Gerechtigkeit dauert nicht bloß in der Zeit, in der sie ihren Anfang nimmt, sondern dauert auch noch fort in der Ewigkeit.

 
     
 

Die Gerechtigkeit kann indessen von mehreren Seiten betrachtet werden. Sie besteht nämlich darin, dass man jedem gibt, was ihm gebührt. So verschieden daher die Pflichten sind, ebenso vielfach ist die Gerechtigkeit und ebenso vielseitig lässt sie sich betrachten. Ich will hier aber nicht von der menschlichen oder natürlichen Gerechtigkeit, sondern nur von der übernatürlichen Tugend der Gerechtigkeit mit dir sprechen. Die Tugend der Gerechtigkeit ist eine übernatürliche Geneigtheit, durch die der Mensch bereit ist, Gott, dem Nächsten und sich selbst zu geben, was jedem gebührt.

 
     
 

Gott schuldest du die Erfüllung der religiösen Pflichten, die Er dir vorgeschrieben hat, sowie die Beachtung der Gebote, die Er dir gegeben hat. Du schuldest Ihm Dank für alle Wohltaten, mit denen Er dich überhäuft hat. Schließlich, falls du Ihn beleidigt hast, schuldest du Ihm Genugtuung und Reue. Dies sind deine Pflichten gegen Gott.

 
     
 

Wer dein Nächster ist, habe Ich dir bereits gesagt. Unter deinen Nächsten unterscheide Ich deine Eltern, deine Vorgesetzten, die Personen, die über dir stehen, die Personen, die dir gleichgestellt sind und deine Untergebenen. Allen schuldest du Ehrfurcht, Liebe und Wahrheit.

 
     
 

Ehrfurcht, weil alle Menschen, von Gott kommend, verdienen, dass du sie ehrst. Gott hat dir geboten, sie zu lieben und dieses Gebot legt dir auch die Verpflichtung auf, allen gegenüber die Wahrheit zu sprechen, durch Wort, Zeichen oder Schrift. Allen gegenüber sollst du mit Einfalt handeln, so dass du allen in all deinen Handlungen so erscheinst, wie du wirklich bist.

 
     
 

Deinen Eltern schuldest du eine ganz besondere Liebe, weil sie an dir die Stelle Gottes vertreten. Du bist ihnen Gehorsam schuldig in allem, was nicht gegen das Gesetz Gottes ist. Du schuldest ihnen die tiefste Ehrfurcht und Dank für alles, was du von ihnen empfangen hast. Wie deinen Eltern, so schuldest du auch deinen Vorgesetzten besondere Liebe, Gehorsam, Ehrfurcht und Dank. Denen, die höher gestellt sind als du, bist du jene Hochachtung und Ehre schuldig, die dem Rang gebührt, den sie einnehmen. Deinen Untergebenen schuldest du alle Hilfe und Unterstützung, die du ihnen gewähren kannst.

 
     
 

Dir selbst aber schuldest du, nachdem du deine Pflichten gegen Gott und den Nächsten erfüllt hast, nur Verachtung und Verlangen nach Demütigung.

 
     
 

In Hinblick auf die Gerechtigkeit verfehlt man sich gegen Gott durch Nachlässigkeit, gegen den Nächsten durch Begierde und gegen sich selbst durch Eigenliebe. Vermeide die Nachlässigkeit und du wirst alle deine Pflichten gegen Gott pünktlich erfüllen. Vermeide das Begehren nach irdischen Gütern und das Begehren nach Befriedigung deiner persönlichen Wünsche und du wirst deine Pflichten gegen deinen Nächsten erfüllen. Vermeide die Eigenliebe und du wirst auch deine Pflichten gegen dich selbst erfüllen." (...)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 10, Kapitel 6)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 11: "Die Sünde":

 
 

Alles gehorcht Gott, ausgenommen der Mensch

 
 

(…) "Meine Tochter. Ich bin der Allerhöchste und die höchste Himmelshöhe ist meine Wohnung. Ich senke meine Blicke auf die Welt herab, dringe ein bis in das Innerste des menschlichen Herzens und entdecke seinen geheimsten Gedanken. Ich gebiete den Gestirnen des Firmaments, gebiete den Schleusen des Himmels, Ich gebiete der Erde und den unvernünftigen Tieren, die die Wälder und die Wüsten bevölkern und meine Befehle erreichen auch alle Mächte des Himmels. Und die Gestirne des Firmaments gehorchen meiner Stimme durch die Regelmäßigkeit ihres Laufes und die Verbreitung ihres Lichtes. Die Schleusen des Himmels gehorchen meiner Stimme dadurch, dass sie ihre Wasser reichlich auf die Erde ergießen, wovon der Überfluss wieder in das Meer abfließt. Die Erde gehorcht meiner Stimme und schmückt sich mit Laub, mit Früchten und Körnern zur Nahrung des Menschen. Ich gebiete den Tieren, sie hören meine Stimme, legen ihre Wildheit ab und werden furchtsam wie ein Lamm. Ich gebiete den Erzengeln und allen Mächten des Himmels und meine Befehle werden pünktlich ausgeführt.

 
     
 

Ich gebiete auch dem Menschen, gebe ihm meinen Willen zu erkennen, schreibe ihm meine Gebote ins Herz und auf Marmor. Aber der Mensch allein gehorcht nicht, weist meine Gesetze zurück und tritt sie mit Füßen. Der Mensch empört sich gegen mich. Ich habe meine Propheten zu ihm gesendet, um ihn auf den geraden Weg zurückzuführen und ihm meinen Willen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Er aber hat meine Propheten getötet oder zumindest ihre Mahnungen von sich gewiesen. Ich selbst bin zu den Menschen gekommen, indem Ich Mensch wurde. Aber du weißt, wie sie auf meine Stimme gehört und wie sie an mir gehandelt haben. Sie haben sich gegen mich erhoben, haben die Bosheit der höllischen Mächte gegen mich zu Hilfe gerufen, haben mich durch Verrat den Händen meiner Henker übergeben und mich des schimpflichsten und grausamsten Todes sterben lassen.

 
     
 

Der Mensch allein empört sich gegen seinen Gott, er allein ist ungehorsam gegen Ihn. Und doch wird alle Tage das Werk meines sterblichen Lebens, meiner Erlösung, das Ich auf dem Kalvarienberg vollbracht habe, fortgesetzt durch den Dienst meiner Priester und die Kraft meines Opfers auf dem Altar.

 
     
 

Wie klein ist aber die Zahl der treuen Diener! Unter den Engeln habe Ich Empörer gefunden. Jedoch haben sie dafür allein die Strenge meiner Gerechtigkeit und meiner Rache erfahren und gespürt. Und nun komme Ich unter die Menschen mit meiner Liebe und meiner Barmherzigkeit und verbrecherische Empörer wagen es täglich, sich gegen mich zu erheben. Sie übertreten meine Gesetze und Gebote. Ich fordere sie auf, sich meinen Getreuen anzuschließen, die die Süßigkeit meines Joches kosten und die Ich mit meinen Gnaden und Segnungen überhäufe. Sie aber weigern sich, auf meine Ermahnungen zu horchen und hören lieber auf die trügerische und lügenhafte Stimme Satans.

 
     
 

Ach, was ist das für ein Benehmen des Menschen! Wehe diesen verbrecherischen Menschen. Der Tag der Rache und Strafe wird für sie kommen! Sie werden mir nicht entfliehen können, denn mächtig wird alsdann meine Stimme erschallen, die Stimme der Gerechtigkeit, welche die stolzen Eichbäume des Libanon bricht, wie ein Kind einen Strohhalm in seinen Händen." (…)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 11, Kapitel 2)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 12: "Die Beziehungen":

 
 

Die Freundschaft

 
 

Verschiedene Arten der Freundschaft

 
 

(…) "Die Liebe ist das dem Herzen in besonderer Weise innewohnende Merkmal. Das Herz scheint aus lauter Liebe zusammengesetzt zu sein, denn es muss sich notwendigerweise an etwas hängen. Wie böse und grausam ein Mensch auch immer sein mag, so wird sein Herz sich dennoch an irgendeine Sache oder an irgendeine Person hängen. Er hat ein Herz, folglich muss er lieben, wegen der natürlichen Beschaffenheit dieses Herzens.

 
     
 

Ich spreche jetzt nicht von der Liebe, als ein Gebot, das Gott dem Menschen gegeben hat; das Gebot, mit dem Er ihm befohlen hat, seinen Nächsten zu lieben und zwar wie sich selbst, in Gott und wegen Gott. Vielmehr spreche Ich von der vertraulichen und zärtlichen Liebe, die man Freundschaft nennt und die notwendigerweise auch Erwiderung der Liebe von Seiten der geliebten Person in sich schließt.

 
     
 

Diese freundschaftliche Liebe ist man seinem Nächsten nicht schuldig, deshalb ist sie keine allgemeine, sondern eine besondere Liebe. In dieser Freundschaft nun gibt es mehrere Stufen, wie es auch mehrere Arten von Freundschaften gibt. Es gibt gute, unnütze, erlaubte, gefährliche, lasterhafte und gebotene Freundschaften. Ich will sie dir näher erläutern, danach wirst du die verschiedenen vertraulichen Beziehungen im Leben besser verstehen.

 
     
 

Die Freundschaft ist eine Gesinnung des Herzens, hervorgerufen durch die Achtung, die man vor jemandem hat. Man liebt nur, was man achtet, wie man auch nur hasst, was man verachtet. Ist diese Achtung dem göttlichen Willen gemäß, so ist auch die durch diese Achtung hervorgebrachte Freundschaft immer gut. Ist dagegen diese Achtung eine Achtung im Sinne der Welt, so ist auch die Freundschaft zumindest unnütz. Wann sie strafbar ist, werde ich dir später noch sagen." (…)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 12, Kapitel 2)

 


   
 

Leseprobe aus Kapitel 13: "Von den letzten Dingen":

 
 

Das ewige Heil

 
 

Wie nützlich es ist, an das ewige Heil zu denken

 
 

(...) "Meine Tochter, schäle dich los von der Welt, von ihren Besitztümern und von ihren Reichtümern. Schäle dich los von dir selbst, entferne von dir die Gedanken des Ehrgeizes, der Ruhmsucht und des Stolzes. Sei nur bedacht, nach Gott und für Gott zu leben. Sei nur bedacht, seinen Willen zu erfüllen. Sei nur bedacht, Ihm anzugehören. Sei nur bedacht, den Himmel zu gewinnen und deine Seele zu retten. Dies sei der fortwährende Gedanke deines Geistes. Dieser Gedanke wird dich unter allen anderen am meisten stärken, für dich der nützlichste sein und seine Wirkungen werden die ganze Ewigkeit hindurch dauern.

 
     
 

Was hilft es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst, aber dafür deine Seele verlierst? Was liegt hingegen daran, ob du alles verlierst, wenn du dafür den Himmel gewinnst? Was liegt daran, ob du auf Erden unglücklich in Trübsal, Kummer und Leiden lebst, wenn du dafür im Himmel ewig glücklich leben wirst.

 
     
 

Du bist für die Glückseligkeit der Ewigkeit bestimmt. Von aller Ewigkeit her behält dir Gott diese Teilnahme an der Glorie vor. Von aller Ewigkeit her hat Ihn dieser Gedanke beschäftigt, selbst vor Erschaffung der Welt. Dieser Gedanke beschäftigt Ihn auch noch bis zu dieser Stunde. Er gibt dir ja fortwährend seine Gnaden und die kostbaren Beweise seiner Gunst, damit du umso leichter in den Himmel gelangst. Gott handelt aber so gegen dich nicht aus persönlichem Interesse, denn Gott ist sich selber genug, Er braucht niemanden. Lass also deine Absichten mit Gottes Absichten übereinstimmen und Gottes Gedanke auch den Gedanken deiner Seele sein.

 
     
 

Eines Tages wirst du dann sterben, das heißt, deine Seele wird sich von deinem Leib trennen. Dein Leib wird zum Staub zurückkehren. Deine Seele wird sich aber zu Gott erheben, um ihren Lohn oder ihre Strafe für die Ewigkeit zu empfangen. Auch dein Leib wird nicht immer auf Erden bleiben, er wird am Jüngsten Tage auferstehen, um auf ewig das Los deiner Seele zu teilen. Es ist also wichtig für dich, auf deine ewige Zukunft bedacht zu sein. Du solltest sogar mehr darauf bedacht sein, als auf deine Besitztümer, auf deine Reichtümer oder auf irgendeine Stellung im Leben; mehr als auf einen Widerspruch, eine Prüfung, ein Leiden oder auf die Gesundheit. Gott wird dich dereinst nicht fragen, ob du große Reichtümer erworben hast, ob du eine schöne Stellung im Leben oder eine gute Gesundheit gehabt hast. Aber fragen wird Er dich, ob du dein Heil gewirkt hast." (…)

 
 

(Quelle: "Marie Lataste - Die Lehren Jesu", Buch 13, Kapitel 42)

 


*Bücher:

  

(Hardcover; 550 Seiten; 24,95€)

     
 

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(Hardcover; 256 Seiten; 19,95€)

 
     
 

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